Webdesigntrends: Mit diesen Looks heben Sie sich garantiert von der Masse ab (Teil I)

27. August 2019 | Design, Marketing

Intuitive Nutzerführung, klare Typografie, großformatige Bilder und dezente Farben – was vor Kurzem noch als absolutes Must-have im Webdesign galt, ist heute überholt. Vielmehr setzen Unternehmen bewusst auf kreative Stilbrüche, um sich von der Masse abzuheben.

Webdesigntrends - Layoutskizze
© Rawpixel.com /stock.adobe.com (# 138668850, Webdesign Trends)

Zwischen Retro- und Skandi-Chic: Best Practices haben ausgedient

Galt es in den 1990ern noch als trendy, umfangreiche Textinhalte durch ein funktionales Design, wilde Animationen und Glitch-Effekte (bewusst gesetzte visuelle Störungen, wie Bildverläufe oder Bilder im Bild) wirksam zu unterstreichen, so rückten in den 2000er zunehmend großformatige Panoramen und Grafiken in den Vordergrund des Webdesigns. Die Verbreitung von Smartphone, Tablet und Co. verursachte jedoch schon bald ein grundlegendes Umdenken. Denn Inhalte sollten sich nun dynamisch an wechselnde Displaygrößen anpassen. Derart in Bewegung, wurde fortan auf eine möglichst einfache Farb-, Bild- und Formensprache gesetzt, um vom eigentlichen Inhalt nicht zu sehr abzulenken. Dies hatte zur Folge, dass nicht nur Text- und Bildinhalte reduzierter in Erscheinung traten, sondern das Webdesign auch vollständig auf typografische Spielereien verzichtete. Vorreiter waren auf diesem Gebiet skandinavische Webdesigner, die ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“ ein schlichtes, minimalistisches Layout vertraten und damit allgemeine Best Practice-Standards für das responsive Webdesign definierten. Diese Phase der Umstellung auf das „Mobile first“-Prinzip scheint nun abgeschlossen. Denn aktuelle Webdesigntrends spielen bewusst mit Stilbrüchen, setzen wirkungsvolle Leerstellen und dehnen die gestalterischen Möglichkeiten sowohl in Bezug auf Bilder und Grafiken als auch auf die Typografie mit hoher Kreativität aus. Dabei wird auch gerne in die Geschichtskiste gegriffen, wenn der Glitch-Effekt als Retro-Chic nun sein Revival feiert. Das erklärte Ziel heißt heute: Unternehmenshomepages so einzigartig wie möglich zu gestalten.

 

Trends im Webdesign: Wie sich die Typografie neu erfindet

Die Schrift rückt stetig in den Vordergrund des Website-Layouts und wird dadurch zur kreativen Spielwiese für Webdesigner. Technische Innovationen sowie die bewusste Inszenierung von Schrift als eigenständiges Designelement spielen dabei die Hauptrolle:

Trend 1: Variable Website Fonts für hohe Individualisierung

Es ist gerade einmal neun Jahre her, dass Website Fonts den Webdesignern eine Vielfalt an neuen Gestaltungsmöglichkeiten an die Hand gaben. Inzwischen hat sich vieles verändert: Gab es bislang eine Schriftart in verschiedenen Schriftschnitten oder Schriftstilen, wie zum Beispiel „Light“, „Regular“ oder „Bold“, so sorgen heute variable Fonts dafür, dass für die verschiedenen Schriftstile nicht mehr je eine Datei geladen werden muss, sondern diese sich in einer einzigen Datei vereinen lassen. Webdesigner haben durch variable Fonts nun die Möglichkeit, von der Strichstärke und der Schriftbreite über die Neigung und optische Größe bis hin zur Kursive stufenlos zu interpolieren.

Zusätzlich können weitere Serifenformen und -längen, Kontraste und Konturen flexibel angelegt werden, sodass sich daraus eine große Vielfalt an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten ergeben.

Trend 2: Nostalgie und Vintage – gerne auch als Handschrift

In Anlehnung an historische Plakate und Firmenlogos entwickeln Nostalgie- und Vintage-Typografien eine einzigartige Authentizität und versprühen zudem den Geist von Tradition, Know-how und Wertbeständigkeit. Beste Voraussetzungen für ein Webdesign, das seriös und elegant aber auch äußerst originell und persönlich wirken soll, wie folgende Beispiele zeigen:

Webdesigntrends - Screenshot Sonne Wiechs
Persönlicher kann Typografie nicht wirken. Der Gasthof zur Sonne beweist durch Überschriften in Handschriftformat eine hohe Authentizität. Quelle: www.sonne-wiechs.de
Webdesigntrends - Screenshot Ledertechnik Süd
Perfekt auf das Thema zugeschnitten: Die Unternehmenshomepage von Ledertechnik-Süd verweist auf eine lange Tradition und wirkt dabei seriös und originell zugleich. Quelle: www.ledertechnik-sued.de
Webdesigntrends - Screenshot Café Zartbitter
Wie von Hand gemalt: Der Header des Cafés Zartbitter erscheint wie von Hand geschrieben und wirkt damit wie eine sympathische und ganz persönliche Einladung. Quelle: www.cafe-konditorei-zartbitter.de

Trend 3: Konturschrift für hohen Wiedererkennungswert

Ob für einen einprägsamen Header, fürs unverkennbare Logo oder um einzelne Textpassagen eindrucksvoll hervorzuheben, Konturschrift beweist nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch ein hohes Markenbewusstsein. Kein Wunder, dass die Konturschrift einen großen Wiedererkennungswert besitzt und daher auf modernen Unternehmenshomepages immer öfters anzutreffen ist, wie hier im Beispiel:

Webdesigntrends - Screenshot Friseur SAI
Kurz und präzise hebt die Konturschrift dieses Logos eines Friseursalons die Marke hervor, wirkt dabei sehr dynamisch und zieht sofort alle Blicke erfolgreich auf sich. Quelle: www.sai-salon.de

Typografie-Trends: Mit Individualität und Einzigartigkeit punkten

Die typografischen Möglichkeiten haben sich dank variabler Fonds enorm vergrößert und auch stilistisch geht der Trend eindeutig zu mehr Individualität und Einzigartigkeit. Doch wie sieht es in dieser Hinsicht mit Bildern und Grafiken aus? In Teil II unserer Themenserie „Webdesigntrends: Mit diesen Looks heben Sie sich garantiert von der Masse ab“ zeigen wir auf, mit welchen Foto- und Grafiktrends Sie den Erfolg Ihrer Unternehmenshomepage in Zukunft steigern.