Bildrechte & Lizenzen: Das müssen KMU über das Urheberrecht im Internet wissen (Teil I)

18. Dezember 2018

Studien belegen: Bilder, Logos und Grafiken ziehen den Blick auf sich und wirken verkaufsfördernd. Doch Vorsicht! Bei deren Verwendung lauern rechtliche Fallstricke.

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Das Urheberrecht und das Internet

Im Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist geregelt, dass vor der Nutzung von Bildern, Grafiken, Videos stets die Zustimmung des Urhebers eingeholt werden muss. Das gilt auch für die Online-Nutzung auf Unternehmenshomepages und auf Unternehmensprofilen in den sozialen Medien:

 

㤠15 Allgemeines
(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere

 1. Das Vervielfältigungsrecht (§ 16)
 2. Das Verbreitungsrecht (§ 17)
 3. Das Ausstellungsrecht (§ 18).“

 

In Kombination mit § 19a (Recht der öffentlichen Zugänglichmachung), § 21 (Recht der Wiedergabe durch Bild- und Tonträger) sowie § 31 (Einräumung von Nutzungsrechten) ergibt sich, dass allein der Urheber die Art und den Umfang der öffentlichen Nutzung seines Werks bestimmt. Dabei wird unter folgenden Arten von Nutzungsrechten unterschieden:

  • Einfaches Nutzungsrecht (Nutzung auf eine vorher vereinbarte Art und Weise)
  • Ausschließliches Nutzungsrecht (das alleinige Nutzungsrecht und damit auch das Recht auf Vergabe aller weiteren Nutzungsrechte geht an den Erwerber über)
  • Zeitlich beschränktes Nutzungsrecht
  • Zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht
  • Spezielles Nutzungsrecht für Print/Online/ Social Media
  • Weltweite Nutzung
  • Nutzung nur in bestimmten Ländern
  • Übertragbares Nutzungsrecht
  • Nicht übertragbares Nutzungsrecht
  • Recht zur Bearbeitung des Mediums
  • Recht zur bloßen Nutzung ohne Bearbeitung
  • Erlaubnis zur kommerziellen Nutzung
  • Ausschließlich private Nutzung
  • Ausschließlich redaktionelle Nutzung

Wird dieses Recht verletzt, so droht neben einer Unterlassungsklage und dem Anspruch auf Entschädigung in schweren Fällen sogar Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.

Umso wichtiger ist es für Sie als KMU genau hinzuschauen, welche Art von Nutzungsrecht die gewünschten Bilder, Grafiken und/oder Videos unterliegen. Dabei lohnt sich der Blick auf Creative Commons.  2001 in den USA gegründet, hat es sich die gemeinnützige Organisation Creative Commons zum Auftrag gemacht, Standard-Lizenzverträge zu erarbeiten, um einerseits Urheber bei der rechtssicheren Verbreitung/Nutzungsvergabe ihres Werks zu unterstützen. Andererseits soll durch die unterschiedlichen Lizenzformen aber auch Nutzungsinteressierten die Nutzung von Werken möglichst barrierefrei und legal ermöglicht werden. Inzwischen gibt es Creative Commons Lizenzen, welche Urheber für ihr Werk deklarieren können.

Doch wo bekommen Sie nun Bilder, Grafiken und Videos her, die Sie bedenkenlos und damit völlig legal für Ihre Unternehmenswebsite nutzen können? Dieser Fragen gehen wir in Teil II unserer Artikelserie Bildrechte & Lizenzen: Das müssen KMU über das Urheberrecht im Internet wissen nach.